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Festivalwochenende: Weniger Besucher bei Rock am Ring und Rock im Park

Je 70.000 Menschen verbrachten ihr Wochenende bei Rock am Ring und bei Rock im Park. Im Vorjahr waren es 90.000 (Ring) und 75.000 (Park). Der BigCityBeats World Club Dome lockte pro Tag 55.000 Besucher an, und auch das Elbjazz verbuchte einen Besucherrekord.

04.06.2018 14:26 • von Dietmar Schwenger
Hatten in diesem Jahr keinen Ärger mit dem Wetter oder vermeintlichen Terrorwarnungen bei Rock am Ring: Andre (links) und Marek Lieberberg: (Bild: Live Nation)

Jeweils 70.000 Menschen verbrachten ihr Wochenende am Nürburgring bei Rock am Ring und bei Rock im Park in Nürnberg. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 90.000 (Ring) und 75.000 (Park). Vom 1. bis 3. Juni richtete Live Nation im Auftrag von CTS Eventim die Zwillingsfestivals in der Eifel und in Nürnberg aus. Beide Open Airs blieben dieses Mal von Unwettern, Terrorwarnungen oder sonstigen ungeplanten Zwischenfällen verschont.

An den drei Tagen traten in der Eifel und in Franken unter anderem die Foo Fighters, Thirty Seconds To Mars, Muse, Marilyn Manson, Casper, Rise Against, Bilderbuch, Raf Camora und die Gorillaz auf.

Ein Headliner für Rock am Ring und Rock im Park 2019 steht bereits fest: Die Ärzte spielen dort exklusive Konzerte.

3sat übertrug am Samstagabend von Rock am Ring. Das verfolgten 290.000 Zuschauer (Marktanteil: 1,3 Prozent). Bei den 14- bis 49-Jährigen betrug der Marktanteil 2,5 Prozent - das ist in etwa das Dreifache des Senderschnitts bei den Werberelevanten.

Zum sechsten Mal fand ebenfalls vom 1. bis 3. Juni in der Frankfurter Commerzbank Arena der BigCityBeats World Club Dome statt. Er lockte in der Spitze pro Tag 55.000 Besucher und zusammengezählt gut 160.000 Gäste an - ein neuer Besucherrekord für Veranstalter Bernd Breiter und sein Team.

"Über 160.000 Club-Music-Fans aus 70 Nationen auf einem 750.000 Quadratmeter großen Freiluft-Areal und eine ausverkaufte Commerzbank-Arena - der BigCityBeats World Club Dome 2018 hat alle Erwartungen übertroffen", sagt Breiter. "Wir bedanken uns bei unserer BigCityBeats-Familie, den Fans und der Stadt Frankfurt, mit der wir uns mehr denn je verbunden fühlen."

Erstmals stand die Veranstaltung mit "The Hollywood Edition" unter einem Motto. So sind die Acts wie Dimitri Vegas & Like Mike, Robin Schulz, Tiësto, Timmy Trumpet oder W&W per Helikopter-Shuttles direkt ins Stadion an den roten Teppich geflogen worden. Bei der Eröffnung sang Sopranistin Sarah Brightman, Eintracht-Frankfurt-Präsident Peter Fischer flog den gewonnen DFB-Pokal per Helikopter in die Commerzbank-Arena.

Das laut eigenen Angaben "größte Pop-up Kino der Welt" zeigte am Freitagabend die Festival-Premiere des Films "Berlin Calling" mit Paul Kalkbrenner. Neu waren auch die WCD Pool Sessions im angrenzenden Frankfurter Stadionbad. Die benachbarte Frankfurter Berg Stage bot zudem erstmals lokalen DJs eine Plattform.

Darüber hinaus gehörten wieder ein eigener Club-Jet und ein Club-Train zum Angebot der Veranstaltung: 100 Gäste waren mit dem BigCityBeats A340 Club-Jet aus London und München abgeholt und an den Dance-Floors in 10.000 Metern Höhe auf das Festival eingestimmt worden.

"Der 'größte Club der Welt' in der Frankfurter Commerzbank-Arena ist international zum Markenzeichen geworden", sagt Stadtrat Markus Frank, Schirmherr des Events. "Mit Partnern wie der ESA (European Space Agency), der Deutschen Bahn, der Fraport AG, dem Frankfurter Flughafen und der Stadt Frankfurt am Main konnte das Frankfurter Familienunternehmen BigCityBeats atemberaubende Visionen verwirklichen."

Auch in Frankfurt ist die Planung für die nächste Veranstaltung bereits angelaufen. Am 16., 17. und 18. November steigt in der Düsseldorfer Esprit Arena samt umliegender Außenbereiche die BigCityBeats World Club Dome Winter Edition. Auf 20 Floors sollen hier mehr als 100 Acts auftreten - unter anderem The Chainsmokers, Dimitri Vegas & Like Mike, Hardwell und Marshmello.

Zu einem Besucherrekord kam es auch in Hamburg. Mit jeweils 15.000 Besuchern an den beiden Haupttagen des Festivals - insgesamt waren über 21.000 Tages- und Zweitageskarten verkauft worden - verzeichnete das diesjährige Elbjazz einen neuen Rekord und konnte die bisherige Bestmarke aus dem Vorjahr noch einmal um fast 2000 Karten steigern.

Bereits am 31. Mai war die achte Elbjazz-Ausgabe in der Elbphilharmonie gestartet. Darauf folgten auf mehr als 50 weitere Konzerte auf insgesamt acht Bühnen - neben dem Großen und Kleinen Saal der Elbphilharmonie etwa in den Laderäumen eines ehemaligen Kühlfrachters, im Kirchenschiff von St. Katharinen und auf dem Werftgelände von Blohm+Voss.

"Dank des optimierten Shuttlekonzepts mit größeren Barkassen und einer höheren Pendelfrequenz der Busse konnten die Besucher dabei noch entspannter als in den Vorjahren zwischen den Bühnen wechseln und sich voll und ganz auf das Elbjazz-Prinzip des 'Entdecken und Erleben' einlassen", heißt es aus Hamburg.

Gebucht waren unter anderem Michael Wollny, der erstmals in der Elbjazz-Geschichte als sogenannter "Artist In Residence" verpflichtet worden war, die CMQ Bigband, das Andromeda Mega Express Orchestra, die NDR Bigband, die SWR Bigband, Kamasi Washington, Nils Wülker, die Cookers, Nneka, Tony Allen, Michel Portal, Heinz Sauer, Nils Landgren Funk Unit, GoGo Penguin und Kinga Glyk.

Am Freitagabend zog jedoch eine Gewitterfront über Hamburg. Aufgrund des Starkregens musste das Programm auf den beiden Open Air-Bühnen bei Blohm+Voss zwar für rund zwei Stunden unterbrochen werden, das Programm auf den fünf Indoor-Bühnen des Festivals lief aber wie geplant, und auch die Konzerte auf den beiden Outdoor-Bühnen auf der Werft konnten fortgesetzt werden. Für die Werftbesucher wurden zwischenzeitlich zwei zusätzliche Hallen geöffnet, in denen sie vor dem Regen Zuflucht fanden.

Neu beim Festival war auch das Format Business Mixer, eine Branchenplattform mit Networking-Events für Künstler und Repräsentanten der Musikwirtschaft. Daran nahmen 65 Personen teil. Auch die Vorbereitungen für das Elbjazz Festival 2019 sind in vollem Gange. Nächstes Jahr geht das Festival am 31. Mai und 1. Juni über die Bühne.

Zu einem Zwischenfall kam es am in der Nacht zum Sonntag beim Schlossgrabenfest in Darmstadt, eigenen Angaben zufolge das größte Musikfestival Hessens und eine der größten kostenlosen Open-Air-Veranstaltungen in Deutschland. Rund 100 Bands traten bei dem Festival auf, dessen Besucherzahl im Vorfeld auf 400.000 geschätzt wurde.

Nach Ende des Festivals in der Samstagnacht kam es zu Auseinandersetzungen zwischen einer Menschenmenge und Einsatzkräften der Polizei. Laut Polizeiangaben seien Polizisten mit Flaschen beworfen worden. Daraufhin rief die Einsatzleitung weitere Polizisten aus den umliegenden Polizeipräsidien, die Bundespolizei und einen Polizeihubschrauber herbei. Sie nahmen 80 mutmaßliche Angreifer fest, die zum Teil am nächsten Morgen wieder auf freiem Fuß gesetzt wurden. Die Behörden ermitteln nun gegen Verdächtige unter anderem wegen Landfriedensbruch und Sachbeschädigungen.