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Sony übernimmt bei EMI Music Publishing die Mehrheit

Milliardendeal im Musikverlagsgeschäft: Der Sony-Konzern kauft dem Mubadala-Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate dessen Anteil an EMI Music Publishing ab.

22.05.2018 12:47 • von
Verwaltet mit Sony/ATV weiterhin die bei EMI Music Publishing liegenden Rechte: Chairman & CEO Martin Bandier (rechts), hier kürzlich bei der Vertragsverlängerung mit Pharrell Williams und Brian Monaco (links, Global Chief Marketing Officer Sony/ATV) (Bild: Sony/ATV)

Milliardendeal im Musikverlagsgeschäft: Der Sony-Konzern kauft dem Mubadala-Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate dessen Anteil an EMI Music Publishing ab. Dabei handelt es sich um rund 60 Prozent an dem einstmals zu EMI Music gehörenden Musikverlag. Sony stockt seine Beteiligung mit diesem Schritt auf rund 90 Prozent auf. Als Käufer tritt die US-Tochter von Sony auf, die Sony Corporation of America.

Die Partner bewerten EMI Music Publishing mit 4,75 Milliarden Dollar. Für die Übernahme rechnet man indes bei Sony damit, rund 2,3 Milliarden Dollar in bar verrechnen zu müssen. Das wäre weniger als die rund 2,85 Milliarden Dollar, auf die man bei einem 60-prozentigen Anteil an der Firmenbewertung käme. Allerdings übernimmt Sony auch die bei EMI Music Publishing liegenden Schulden in Höhe von rund 1,359 Milliarden Dollar.

Die Bewertung des EMI-Katalogs liegt mit 4,75 Milliarden Dollar noch über den gerüchteweise und gehandelten Zahlen und , als ein Konsortium unter Sony-Leitung und Beteiligung unter anderem des Mubadala-Staatsfonds den Musikverlagsarm für rund 2,2 Milliarden Dollar übernahm.

Mit der Übernahme wolle Sony seine Position als Nummer eins im weltweiten Musikverlagsgeschäft stärken, sagte Kenichiro Yoshida, President & CEO der Sony Corporation, bei der Bekanntgabe des Deals. Sony wolle seine Position im Unterhaltungsgeschäft durch den Ausbau seines Portfolios an Rechten verbessern, und der Zukauf sei "ein wichtiger Meilenstein für die langfristige Wachstumsstrategie" des Konzerns.

Im Zuge der Übernahme taxiert Sony die Umsätze von EMI Music Publishing im Ende März 2018 abgelaufenen Geschäftsjahr auf 663 Millionen Dollar, bei operativen Erträgen in Höhe von 181 Millionen Dollar und einem EBITDA-Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Rückstellungen in Höhe von 249 Millionen Dollar.

Bei Sony beziffert man den bei EMI Music Publishing liegenden Katalog auf mehr als zwei Millionen Songs, darunter Werke von Queen, Carole King oder zahlreichen Motown-Künstlern sowie von Kanye West, Alicia Keys, Drake, Pink oder Pharrell Williams. Zusammen mit dem bei Sony/ATV Music Publishing liegenden Katalogen kommt der Sony-Konzern auf die Rechte an mehr als 2,3 Millionen Songs, darunter Titel der Beatles oder der Leiber-Stoller-Katalog.