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Michow und Funke: "Es ging allein um das 'wie' der Fusion"

Die Fusion des Bundesverbands der Veranstaltungswirtschaft (bdv) mit dem Verband der Deutschen Konzertdirektionen (VDKD) ist beschlossene Sache. MusikWoche fragte die Präsidenten Jens Michow (bdv) und Pascal Funke (VDKD) nach Beweggründen, Prozedere und Konsequenzen der Verschmelzung.

04.12.2017 14:38 • von Frank Medwedeff
Einig über die Vorteile eines geeinten Verbandes: Jens Michow (links) und Pascal Funke (Bild: Public Address)

Die Fusion des Bundesverbands der Veranstaltungswirtschaft (bdv) mit dem Verband der Deutschen Konzertdirektionen (VDKD) ist beschlossene Sache. MusikWoche fragte die Präsidenten Jens Michow (bdv) und Pascal Funke (VDKD) nach Beweggründen, Prozedere und Konsequenzen der Verschmelzung ihrer Organisationen.

Gerüchte über eine Fusion von bdv und VDKD gab es ja in der Vergangenheit schon öfter. Wann haben Sie konkret erstmals ein Zusammengehen der beiden Verbände erwogen?

Pascal Funke: Es gab bereits Gespräche zwischen beiden Verbänden über eine Fusion, und zwar vor ungefähr zehn Jahren. Aus verschiedenen Gründen konnte damals keine Einigung erreicht werden. Mir war es wichtig, mit Übernahme der Präsidentschaft des VDKD von Michael Russ dieses Thema wieder aufzugreifen. Bestärkt durch die positive Resonanz seitens der VDKD-Mitglieder konnte ich gemeinsam mit dem Vorstand die Gespräche wieder aufnehmen und habe mich sehr über die Bereitschaft auf beiden Seiten gefreut, über eine Fusion der beiden Verbände zu diskutieren. Kürzlich haben ja auch die Mitgliedervoten der beiden Verbände dies noch einmal eindrucksvoll bestätigt.

Jens Michow: Tatsächlich haben die beiden Verbände in den Jahren 2008 bis 2010 bereits schon einmal recht intensiv über eine Fusion verhandelt. Leider ist es uns damals am Ende nicht gelungen, Einvernehmen über die Grundlagen für eine gemeinsame Zukunft zu erreichen. Im Dezember 2015 griff dann der neue VDKD-Präsident Pascal Funke das Thema mit frischen Ansatzpunkten wieder auf. Wir trafen uns zu mehreren sehr intensiven Gesprächen, bei denen er mich mit der ihm eigenen Überzeugungskraft schließlich von den Vorteilen einer Fusion überzeugen konnte. Diesen Gesprächen folgten 2016 und auch in diesem Jahr Treffen beider Vorstände, in denen wir im Detail die Konditionen und vor allem einen Zeitplan für die Fusion erarbeitet haben. Nachdem zwischenzeitlich vor allem jene unserer Mitglieder, die Mitglied beider Verbände waren, zunehmend ebenfalls ihren Wunsch der Verschmelzung der Verbände äußerten, hat unser Vorstand bei unserer Jahresversammlung 2016 die bis dahin vorliegenden Verhandlungsergebnisse und einen denkbaren Zeitplan für die Fusion vorgestellt. Unsere Mitglieder erteilten uns danach den Auftrag, auf dieser Grundlage die Fusion weiter vorzubereiten. Das ist 2017 geschehen, so dass unser Vorstand auf unserer diesjährigen Mitgliederversammlung endgültig grünes Licht für die Fusion erhalten hat.

Was stand einer Fusion bisher entgegen?

Funke: Die beiden Verbände arbeiten seit Jahren bei Themen wie den Verhandlungen mit der GEMA und der Künstlersozialversicherung und bei Projekten wie verschiedenen Studien bereits eng zusammen. Insofern stand einer Fusion nichts entgegen, es fehlte lediglich der kollektive Wille, diese anzugehen und umzusetzen.

Michow: Es ging für unsere Mitglieder weniger um das "ob", sondern stets allein um das "wie" der Fusion. Lassen Sie mich daher Ihre Frage mit dem nun vorliegenden Ergebnis beantworten: Der zwischen den Verbänden abgestimmte Verschmelzungsvertrag soll von den Vorständen mit Wirkung zum 1. Juli 2018 geschlossen und dann von den im Herbst 2018 stattfindenden Mitgliederversammlungen beider Verbände genehmigt werden. Danach wird der fusionierte Verband unter dem Namen Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft - kurz BDKV - ab Januar 2019 seine Arbeit aufnehmen.

Das vollständige Interview mit Jens Michow und Pascal Funke lesen Abonnenten in MusikWoche, Heft 49/2017, im Livepaper oder .