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Chapter One will weiter wachsen

Nach Erfolgen mit AK Ausserkontrolle oder der 187 Strassenbande stellt Chapter One erste Schwerpunkte für den weiteren Jahresverlauf vor. Auch personell will die Universal-Music-Division aufstocken.

02.08.2017 09:53 • von Jonas Kiß
Sieht für die eigene Marke Raptags große Chancen: Ramin Bozorgzadeh (Bild: MusikWoche)

Nach Erfolgen mit AK Ausserkontrolle oder der 187 Strassenbande stellt Chapter One erste Schwerpunkte für den weiteren Jahresverlauf vor. Auch personell will die Division aufstocken.

»Wir hatten im ersten Halbjahr bereits eine ganze Reihe an erfolgreichen Veröffentlichungen«, blickt Ramin Bozorgzadeh als Label Head der Universal-Music-Division Chapter One zurück.

Ein weiterer Schwerpunkt kam gerade frisch auf den Markt: »Wir haben am 18. Juli - also an einem Dienstag und nicht am klassischen Musik-Freitag - zusammen mit Auf!Keinen!Fall! das neue Crew-Album der 187 Strassenbande herausgebracht.« Es folgen mit »Der Löwe« am 11. August eine Veröffentlichung von Manuellsen, »mit der er auf dem von ihm selbst geführten Label König im Schatten einen großen Schritt nach vorn machen wird«, am 25. August mit »Aus Prinzip« das Debüt von Raptags-Gewinner Infinit, heute Chapter-ONE- und somit auch Universal-Music-Künstler, oder im Vertriebsbereich am 29. September das Album »Blyat« von Capital Bra.

Bozorgzadeh positioniert Chapter One also als eine Einheit, die mit auf Vertriebsbasis angedockten Einzelkünstlern und Labels in der Funktion eines Vertriebslabels zusammenarbeitet, aber ebenso als Label aktiv ist und zusätzlich eigene Künstler aufbaut, zum Beispiel über die Talentschmiede des Raptags-Wettbewerbs. »Deshalb bezeichne ich Chapter ONE gerne als eine hybride Zelle.« Angesichts anstehender Projekte will Bozorgzadeh das Team der Kreativzelle bald erweitern. »Für Raptags werde ich zum Beispiel einen eigenen Projektmanager an Bord holen«. Bozorgzadeh sieht für die eigene Marke »perspektivisch große Chancen«. Hier gehe es darum, einen etablierten Event weiter zu stärken und noch mehr spannende Newcomer zu finden.

»Wir wollen uns also noch besser aufstellen, arbeiten darüber hinaus aber selbstverständlich als Teil von Universal Music mit allen für uns relevanten Abteilungen dort eng zusammen. Wir können somit auf eine ganze Reihe von Expertenteams zurückgreifen.« Das fange beim Supply Chain Management an und reiche über das Sales Marketing bis hin ins Onlinemarketing. »Das ist ein tolles Arbeiten und macht uns hoch agil.« Das schlägt sich in der Bedeutung des Unternehmens am Markt nieder. Universal Music sei 2016 nach Chartsanteilen die Nummer eins im HipHop-Segment und die Mitte 2014 gegründete Sparte Chapter ONE habe dazu einen großen Anteil beigetragen. Dies sei auch das selbstgesteckte Ziel für 2017, so Bozorgzadeh.

Aber auch im kreativen Bereich gehe es im HipHop weiter voran: »Die Szene ist so agil wie eh und je, deshalb profitieren wir auch von der gesamten Entwicklung im Markt.« Zu dieser Entwicklung tragen Streaming und starke Verkaufszahlen von Box-Sets der Rap-Acts bei: »Wir treiben die Streamingzahlen«, sagt Bozorgzadeh. Hier profitiere man zudem von den gelernten Kommunikationswegen zwischen Künstlern und Fans über Social-Media- Plattformen, aber auch von einer hohen Zahlungsbereitschaft der Hörer: »Der Anteil von Premiumstreams zu Ad-funded-Streams schlägt bei HipHop stark zu Gunsten von Premium aus.« Das schlage sich in der Monetarisierung nieder, mache sich aber auch bei den Edelmetallen bemerkbar.

Beim mit Gold ausgezeichneten »High & Hungrig 2« von Gzuz & Bonez MC, einer Nummer eins in den Offiziellen Deutschen Charts, war der Streaminganteil bereits 2016 deutlich messbar. »Bei >Palmen aus Plastik< ist das Verhältnis noch eindeutiger und hier sind wir sogar schon über Platin.« Inzwischen sei bei Edelmetallen im Bereich HipHop und Rap ein Anteil von bis zu 40 Prozent umgerechneter Streamings erreicht. Die Verkäufe hochwertiger Box-Sets würden durch die Zuwächse im Streaming allerdings nicht kannibalisiert: »Die Standard-Edition ist hingegen unter Druck, die Tendenz im physischen Bereich geht genreübergreifend hin zu Deluxe-Versionen, die den Fans einen echten Mehrwert bieten.«