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BIME 2016: Bilbao schlägt Brücke nach Lateinamerika

Vom 26. Bis zum 28. Oktober kamen 1800 Fachbesucher aus 27 Ländern ins spanische Bilbao zum Branchentreff BIME (Bizkaja International Music Experience). Anschließend feierten am Freitag und Samstag 23.000 Besucher beim Indoor-Festival BIME Live.

03.11.2016 13:14 • von Jonas Kiß
Spielten ein Showcase in den Hallen des BEC: Tom Tiddler´s Ground (Bild: MusikWoche)

Vom 26. Bis zum 28. Oktober 2016 kamen 1800 Fachbesucher von 1100 Firmen aus 27 Ländern ins spanische Bilbao zum Branchentreff BIME (Bizkaja International Music Experience). Mit 39 Prozent bildeten die spanischen Delegierten eine leichte Mehrheit, dicht gefolgt von baskischen Teilnehmern mit 31 Prozent. Aus dem restlichen Europa kamen 18 Prozent der Delegierten, während der Anteil der amerikanischen Besucher 12 Prozent ausmachte.

Bei der dreitägigen Konferenz in den Hallen des BEC (Bilbao Exhibition Centre) fand ein reger Austausch zwischen den europäischen und lateinamerikanischen Delegierten statt. Bei 53 Panels sprachen insgesamt 172 Redner und Panelisten. Der Fokus der vierten Ausgabe der BIME lag dabei diesmal auf Deutschland als Gastland.

So diskutierten zum Beispiel Ralf Diemert (Booking Agent Selective Artists), Katrin Hall (Live Management Monkeytown Live), Isla Angus (Co-Founder Earth Ageny) und Andreas Möller (Head Promoter Konzertbüro Schöneberg) bei der von Markus Rogue Rogozinski (Manager Agents 4 Music) moderierten Runde unter dem Motto "Touring In Germany" über das Live-Geschäft in Deutschland.

Dabei strich Ralf Diemert heraus, dass sich der deutsche Live-Markt sich immer mehr ausdifferenziere und diese Konkurrenz das Geschäft beleben würde. Andreas Möller fügte hinzu, dass sich der Druck 2017 zwischen den großen Konzertveranstaltern und den Indies verschärfen könnte. Alle Panel-Teilnehmer waren sich einig, dass es für spanische Acts schwierig sei, sich auf dem deutschen Markt durchzusetzen, doch den Grund dafür konnten sie nicht erörtern.

Als weiterer deutscher Redner erläuterte Ralph Christoph (Head of Programm c/o pop) unter dem Motto "Sync In Germany: Start Catching Up!" welche Strategien in Deutschland beim Sync-Geschäft wichtig seien und wie sich es sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen Kreativität und Marketing verhält. Außerdem gab Thorsten Schliesche (Executive Vice President & General Manager Europe Napster) bei dem Panel "Breaking The Hegemony Of Streaming" einen Einblick in die Arbeitsweise von Napster.

Einen Höhepunkt bildete das Panel "Death To The Curator" bei dem Rocio Guerrero (Head of Product Programming/Music Curation & Editorial - US Hispanic, LatAm, South Europe Spotify) über die wichtige Bedeutung von Playlists und deren Rolle für Vermarktung von Musik sprach.

Das BIME Festival bot auch eine Plattform für rund 120 spanische Festivalveranstalter, die sich dort inzwischen jedes Jahr treffen, um über ihre Erfahrungen auf dem spanischen Festivalmarkt zu sprechen. Showcasekonzerte von Bands wie La Boum Fatale, Mueran Humanos oder Cricket Capatains lockerten den Konferenzteil in den Hallen des BEC auf.

Von Mittwoch bei Freitag fanden zudem abends in Venues und Clubs der Stadt 33 Showcase-Konzerte statt. So richteten die Niederländer aus dem Umfeld des Eurosonic Noorderslag bereits zum zweiten Mal den Dutch Impact-Abend mit Konzerten von My Baby und The Cosmic Carnival aus.

Anschließend kamen am 28. und 29. Oktober 23.000 Besucher zur BIME Live, ein Indoor-Festival, das wie der Konferenzteil vom Festivalveranstalter Last Tour organisiert wurde. Die größten Shows lieferten am Freitag PJ Harvey und Suede. Am Samstag spielten Moderat und The Chemical Brothers als Headliner, nachdem Bands wie The Divine Comedy, Carlo Sadness oder Lambchop aufgetreten waren.