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Impala kritisiert grünes Licht der EU für Sony/ATV

"Dieser Beschluss ist eindeutig falsch", macht Helen Smith in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung der Kartellwächter der Europäischen Kommission in Sachen Sony/ATV klar. Die Geschäftsführerin des Impala-Indieverbands vermutet einen "fundamentalen Fehler".

02.08.2016 14:21 • von
Sieht die Entscheidung der Europäischen Kommission in Sachen Sony/ATV als fundamentalen Fehler: Impala-Geschäftsführerin Helen Smith (Bild: Impala)

"Dieser Beschluss ist eindeutig falsch", macht Helen Smith in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung der Kartellwächter der Europäischen Kommission in Sachen Sony/ATV klar. Die Geschäftsführerin des Impala-Dachverbands der unabhängigen Musikunternehmen Europas will zwar noch die Veröffentlichung der genauen Begründung abwarten, vermutet aber bereits einen "fundamentalen Fehler".

Schließlich stehe der Beschluss der bisherigen Haltung der EU in Hinblick auf die zunehmende Konzentration im Musikmarkt entgegen und lasse zudem sämtliche Bedenken außer Acht, die im Zuge der vorhergegangen Marktanalyse aufgekommen seien.

Zuvor hatten die Wettbewerbshüter der EU-Kommission und diese Entscheidung in ihrem Mittagsnewsletter vom 2. August bestätigt. Demnach drohe dem Wettbewerb im internationalen Musikverlagsgeschäft keine Beeinträchtigungen durch die neuen Eigentümerverhältnisse bei Sony/ATV. Die Transaktion werde die Marktmacht von Sony gegenüber Anbietern im digitalen Musikmarkt im Vergleich zur Lage vor der Übernahme nicht wesentlich verändern.

Damit kann der Sony-Konzern nun umsetzen, mit der US-Gesellschaft Sony Corporation Of America die Nachlassverwalter von Michael Jackson für rund 750 Millionen Dollar aus dem seit 1995 als Gemeinschaftsunternehmen geführten Sony/ATV Music Publishing herauszukaufen. Gegen die Übernahme hatte neben dem Impala-Verband auch die IMPF-Musikverleger und die Warner Music Group Front gemacht.