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Impala fordert von der EU weitere Prüfungen von Sony/ATV

Der Impala-Dachverband befürchtet eine weitreichende Verschiebung der Kräfteverhältnisse im Musikmarkt durch die Komplettübernahme von Sony/ATV durch den Sony-Konzern. Helen Smith appelliert an EU-Kommissarin Margrethe Vestager, den Deal einer vertieften Prüfung zu unterziehen.

21.07.2016 11:50 • von
Erwartet von den Kartellwächtern um EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager eine vertiefte Prüfung der Komplettübernahme von Sony/ATV durch den Sony-Konzern: Impala-Geschäftsführerin Helen Smith (Bild: Impala)

Der Impala-Dachverband der unabhängigen Musikunternehmen Europas befürchtet eine weitreichende Verschiebung der Kräfteverhältnisse im Musikmarkt durch die Komplettübernahme von Sony/ATV durch den Sony-Konzern. "Das Sony/ATV-Deal hätte eine transformierende Wirkung", kritisiert Geschäftsführerin Helen Smith in einem Impala-Statement: "Die Europäische Kommission hat diese Ausgangslage erkannt und kennt auch die Lösungen für die bereits von ihr identifizierten Bedenken, zum Beispiel in Hinblick auf eine erweiterte Marktmacht von Sony auf Preise und Geschäftsbedingungen im digitalen Markt."

Dabei geht es um den bereits von Sony verkündeten Plan, mit der US-Gesellschaft Sony Corporation Of America die Nachlassverwalter von Michael Jackson aus dem seit 1995 als Gemeinschaftsunternehmen geführten Sony/ATV Music Publishing herauskaufen zu wollen. Der Deal hat ein Volumen von 750 Millionen Dollar.

Gegen die Übernahme hatten neben dem Impala-Verband auch und Front gemacht. Aus dem Hause Impala heißt es nun, man habe seine Bedenken gegen den Deal inzwischen formell bei den Wettbewerbshütern der Europäischen Kommission eingereicht.

Beim Impala-Verband erwarte man von den Kartellwächtern eine strenge Linie und eine vertiefte Prüfung der Übernahme. Laut Impala hat der Sony Konzern nur noch bis zum 22. Juli Zeit, der EU-Kommission mögliche Maßnahmen vorzuschlagen, wie man wettbewerbsrechtliche Bedenken auf freiwilliger Basis begegnen könne. Die Wettbewerbshüter hatten sich für ihre Entscheidung selbst eine zunächst vorläufige .

"Brüssel hat bereits einmal ein Limit in Sachen Marktmacht von Sony festgesetzt, nun muss das auch durchgesetzt werden", betont Smith - und erinnert dabei quasi nebenbei an die Genehmigung der Übernahme von EMI Music Publishing im Jahr 2012. Damals hatten die Kartellwächter den Kauf durch ein Konsortium unter Sony-Leitung und unter Beteiligung des Mubadala-Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate . Sony musste damals die Virgin- und Famous-Verlagskataloge sowie die Verlagsrechte von zwölf zeitgenössischen britischen und US-amerikanischen Musikautoren wie Robbie Williams, Gary Barlow, Ozzy Osbourne oder Kurt Cobain weiterveräußern.