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Impala und Warner Music machen Front gegen Millionendeal um Sony/ATV

Die Komplettübernahme von Sony/ATV durch den Sony-Konzern stößt auf Widerstand. Der Impala-Indieverband bestätigt seine Vorbehalte gegen den Kauf der Firmenhälfte von Michael Jackson, und auch Warner Music soll etwas gegen den Deal haben.

21.04.2016 12:24 • von
Macht gegen mehr Machtkonzentration im Musikverlagsgeschäft mobil: Helen Smith (Bild: Impala)

Die Komplettübernahme von Sony/ATV durch den Sony-Konzern stößt auf Widerstand. Mitte März hatte der Sony-Konzern bekanntgegeben, mit seiner US-Gesellschaft, der Sony Corporation Of America, die Nachlassverwalter von Michael Jackson aus dem seit 1995 als Gemeinschaftsunternehmen geführten Sony/ATV Music Publishing herauskaufen zu wollen. Der Deal .

Nach Informationen des Nachrichtendienstes "Bloomberg" sollen die Warner Music Group und der Impala-Dachverband der unabhängigen Musikunternehmen Europas der Europäischen Kommission inzwischen aber ihre Bedenken gegen diese Übernahme vorgetragen haben. Auch bei BMG denke man über entsprechende Schritte nach, heißt es.

Dabei geht es um die Marktmacht eines unter dem Dach von Sony vereinten Musikverlagsriesen, aber auch um Wettbewerbsbedingungen. Schließlich ist Sony/ATV schon jetzt der weltgrößte Musikverlag.

Impala-Geschäftsführerin Helen Smith bestätigte den Vorstoß und die Position des Verbands auf Nachfrage von MusikWoche: "Mit der Übernahme wächst die Marktmacht von Sony ganz erheblich. Auf den Punkt gebracht werden sie mehr Kontrolle über mehr Musik haben - und die EU hat das bereits zuvor als ein Problem erkannt, als Sony EMI kaufte", sagt Smith mit Bezug auf die Übernahme von EMI Music Publishing durch ein Konsortium mit Beteiligung des Sony-Konzerns und von Sony/ATV im Jahr 2012 für damals 2,2 Milliarden Dollar. Damals sei in Hinblick auf die Marktposition im Musikverlagsgeschäft bereits ein "Maximum" erreicht worden, meint Smith.