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Newbilt stellt neue Vinylpressen vor

Die Umsätze der internationalen Musikwirtschaft mit Vinyl sind auch 2015 wieder gewachsen. Die Kapazitäten der Presswerke allerdings stoßen an ihre Grenzen. Ein Unternehmen aus dem deutschen Alsdorf will diese Chance nutzen.

02.03.2016 10:23 • von Jonas Kiß
Bringt langjährige Erfahrungen mit: Newbilt- Geschäftsführer Erwin Neubauer (Bild: Newbilt Machinery)

Hinter der Newbilt Machinery GmbH & Co-KG steht Geschäftsführer Erwin Neubauer, der die Firma zusammen mit Kees de Jonge und Detlef Seiffert aus der Taufe hob. "Die Nachfrage entwickelt sich sehr stark", berichtet Kees de Jonge im Gespräch mit MusikWoche. "Wir haben feste Aufträge für alle Maschinen, die momentan produziert werden." Allerdings verfüge man bei Newbilt über "einen flexiblen Pool" von Arbeitskräften und Lieferanten, so dass man seine Produktionskapazitäten dem Markt schnell anpassen könne. Kurz vor dem Weihnachtsfest war die erste Duplex-Anlage für einen Kunden in Südamerika versandbereit.

Auch eine erste Serie von Duplex-Anlagen wurde angefertigt, die meisten davon bestimmt für den Einsatz in Nordamerika. Dort will zum Beispiel Third Man Records die Maschinen ab dem Frühjahr 2016 einsetzen. Das vom einstmals bei den White Stripes aktiven Musiker Jack White gegründete Label plant, direkt in einem an das firmeneigene Ladengeschäft in Detroit angeschlossenen Showroom Vinyl-Tonträger herzustellen. Kunden sollen dabei durchs Schaufenster die Entstehung verfolgen können. Dieses sei zwar nicht das erste Projekt für Newbilt, aber eines der bislang größeren.

Alte Vinyl-Erfahrungen fließen ein

Von der bereits großen Nachfrage will man sich bei Newbilt allerdings nicht unter Druck setzen lassen: "Wir streben eher gute Qualität an", macht Kees de Jonge deutlich. "Während wir auf der einen Seite bewährte Technik modernisiert haben und bereits bauen und verkaufen, arbeiten wir auf der anderen Seite natürlich schon wieder an neuen Projekten im Bereich Vinyl."

Wie es beim Standort Alsdorf nahe liegt, fließt auch Know-how von früheren Warnerbeziehungsweise Cinram-Mitarbeitern in das Projekt Newbilt ein: Erwin Neubauer und Detlef Seiffert waren nach Unternehmensangaben beide bei Record Service aktiv. Unter diesem Firmennamen wurde das heutige Cinram-Werk bereits 1975 in Alsdorf gegründet. Seiffert habe "selbst noch die Vinyl-Produktion bei Record Service geleitet", berichtet Kees de Jonge.

Anfang der 90er-Jahre gründete Detlef Seiffert dann die Firma Data Disc, die Anlagen zur Produktion von CDs, DVDs und CD-Rs baute und in der Erwin Neubauer wiederum als Technischer Leiter fungierte. Kees de Jonge kommt derweil aus dem Bereich Press- und Spritzgießtechnik. Er war beim Formenbauer Nagron Precision Tooling aktiv, der späteren Axxicon Moulds, beim Spritzgießmaschinenhersteller Netstal Maschinen und führte die europäischen Aktivitäten der Optical Disc Corporation, einem Anbieter von maßgeschneiderten Lösungen zum Herstellen von Mastern und Matrizen.

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