Unternehmen

Soulfood Music Distribution und Believe Digital üben Schulterschluss

02.12.2015 09:21 • von Jonas Kiß
Kümmern sich bei Soulfood Believe Distribution um gemeinsame Kunden (von links): Torsten Mewes, Stefan Ahrens, Jochen Richert und Thorsten Freese (Bild: MusikWoche)

"Mein Partner Georg Schmitz und ich hätten nicht mit jedem eine neue Firma gegründet", sagt Jochen Richert als Mitbegründer von Soulfood Music Distribution im Gespräch mit MusikWoche. "Nach einer ersten Kennenlernphase waren wir aber sehr angetan von den Mitarbeitern und der Philosophie von Believe." In vielen Aspekten würden die Ziele dort mit dem "gleichen Spirit wie bei Soulfood" verfolgt: "Das war sehr wichtig für die Entscheidung, etwas gemeinsam mit Thorsten Freese und seinem Team zu machen", streicht Richert heraus und verweist auf Begriffe wie "Fairness, Zuverlässigkeit, Kompetenz, Offenheit, Spaß am eigenen Tun und ein Miteinander auf Augenhöhe".

An der Soulfood Believe Distribution GmbH sind beide Partner zu gleichen Teilen beteiligt, als Geschäftsführer fungieren Jochen Richert und Thorsten Freese, General Manager Believe Digital. Über eigene Mitarbeiter verfügt die neue Gesellschaft bislang noch nicht. Bei Believe Digital werden die gemeinsamen Kunden vor allem von Torsten Mewes als Head of Label & Artist Services betreut, bei Soulfood von Labelmanager Stefan Ahrens.

Den Anstoß zur Gründung gab die zuvor schon enge Zusammenarbeit der beiden Unternehmen, berichtet Torsten Mewes. So habe Soulfood Music sich bereits um die physische Distribution von Believe-Künstlern wie James Vincent McMorrow, Breton oder Charles Pasi gekümmert, während Believe wiederum einige Soulfood-Kunden digital betreute: "Da wir seitens Believe ein steigendes Interesse unserer Kunden ausmachen konnten, auch im physischen Markt präsent zu sein, war es eine nahezu logische Konsequenz, diesen Schritt zu gehen. So können wir fortan gemeinsam, aber auch einzeln, die digitale und physische Distribution aus einer Hand anbieten, und auf äußerst schlanke und effiziente Strukturen zurückgreifen, um beidseitig die Rechte bestmöglich auszuwerten."

Für Soulfood erinnert Jochen Richert zudem an Erfahrungen, die bis zur Gründung des Unternehmens zurückreichen: "Ein eigenes Team mit den entsprechenden Kompetenzen, aber ohne den Kostenapparat auf der technischen Seite, ist bereits seit dem ersten Tag unseres Bestehens auch auf der physischen Seite ein wichtiger Baustein unserer Ausrichtung." So baut Soulfood seit dem Start 2002 auf Sony DADC als Partner im physischen Logistikbereich. "Diesen Part übernimmt Believe für uns im digitalen Bereich." Allerdings seien die Anforderungen hier "deutlich umfänglicher" und auch "internationaler ausgerichtet".

Größere Labels als Zielgruppe

Umfangreich ist auch die Zielgruppe: "Unsere Kunden sind unabhängig arbeitende Künstler, Label und Managements, die selbstbestimmt und individuell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet agieren möchten", sagt Geschäftsführer Thorsten Freese. "Das Angebot ist zum einen eine Service-Erweiterung für unsere bestehenden Kunden, zum anderen bieten wir mit unserem ganzheitlichen Konzept eine moderne und zukunftsorientierte Alternative im Musikmarkt." Laut Richert sei jeder, "der eine professionelle, umfassende Betreuung wünscht und braucht" beim neuen Gemeinschaftsunternehmen richtig. "Klar ist aber auch, dass wir gemeinsam eher an größere Label oder Künstler herangehen wollen."

Fokus auf deutschsprachigen Raum

Believe Digital bringt als Stärken eigene technische Lösungen in die Partnerschaft ein, aber auch eine mehr als zehnjährige Expertise im digitalen Musikgeschäft, über 25 Mitarbeiter an drei Standorten in Deutschland sowie über 300 Mitarbeiter weltweit in 30 Ländern: "Sicher kann man von jedem Ort der Welt eine Digitalveröffentlichung in die Stores und Services dieser Welt bringen, doch benötigt man für eine bestmögliche Auswertung Experten vor Ort, die das entsprechend vermarkten und positionieren können und im regelmäßigen Austausch mit den nationalen Handelspartnern stehen."

Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt in den deutschsprachigen Territorien, allerdings können beide Partner auf globale Vertriebsstrukturen zugreifen. "Im digitalen Bereich ist das Standard, aber auch im physischen Bereich haben wir weltweite Lösungsmöglichkeiten", sagt Richert. Die ersten Reaktionen der Vertriebspartner seien gut ausgefallen, berichtet Mewes: "Die Nachfrage ist enorm, national wie international."

Auch Richert erhielt bislang nur positives Feedback: "Die Qualität der Beratung von unserer Seite hat sich durch das bessere Know-how deutlich verstärkt. Vorher war man an einen Dienstleister angedockt und von dessen Performance abhängig. Jetzt ist man selbst aktiv, kann mitbestimmen und aktiv eingreifen. Das merken die Labelpartner." Auch neue Verträge konnte das Joint Venture bereits schließen und sei mit einigen potenziellen Partnern in Gesprächen. Mit Zielen und Erwartungen gibt sich Richert "entspannt".

Schließlich wisse man, was man zu leisten in der Lage sei: "Beide Firmen funktionieren bereits so schon sehr gut, erzielen Gewinne und sind im Markt etabliert. Aber natürlich wollen und werden wir mit Soulfood Believe Distribution wachsen und uns gegenseitig befruchten." Neben der Zusammenarbeit bei Soulfood Believe Distribution bieten beide Unternehmen ihre Dienstleistungen aber auch weiterhin unabhängig voneinander an, schließlich gebe es Labels, die an andere Partner gebunden seien. "Diese Flexibilität wird und muss bewahrt bleiben", macht Richert klar.