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Indies nehmen Fahrt auf

10.07.2015 13:18 • von Jonas Kiß
Spielte 2014 einen Showcase: die Formation Trümmer auf der PIAS-Barkasse (Bild: MusikWoche)

Als Managing Director der Veranstalter-gesellschaft des Reeperbahn Festivals freut sich Detlef Schwarte darüber, "den VUT mit seiner Mitgliederversammlung, dem VIA! und einer Reihe gemeinsamer Konferenzsessions beim Reeperbahn Festival als Partner begrüßen zu können". In den beiden vergangenen Jahren hielt der Verband der unabhängigen Musikunternehmen Deutschlands seine Vollversammlung und die Award-Show noch in Berlin unter dem Dach der Berlin Music Week ab.

Allerdings, so betont Schwarte, habe es schon zuvor "verschiedene Kooperationen" zwischen beiden Seiten gegeben. "Insofern bestanden auch schon seit längerem enge Kontakte und Überlegungen zu gemeinsamen Veranstaltungsformaten." Zudem waren in den vergangenen Jahren bereits "sehr viele Firmen aus dem VUT-Kosmos bei uns zu Gast".

Dass der VUT und seine Indie Days nun zum zehnten Geburtstag des Reeperbahn Festivals nach Hamburg kommen, "liegt zum einen daran, dass das Reeperbahn Festival als zentraler deutscher und europäischer Branchentreffpunkt auch für den VUT und seine Ziele die beste Umgebung darstellt", wie es Schwarte formuliert. "Zum anderen haben wir uns auch bemüht, dem VUT die bestmögliche Unterstützung bei der Umsetzung von Versammlung und Award-Verleihung zuteilwerden zu lassen - so wie wir das bei all unseren Partnern anstreben." Dass die Veranstalter des Reeperbahn Festivals die Zusammenarbeit mit dem VUT intensiviert haben und für zunächst drei Jahre mit dem VUT die Kräfte bündeln, hilft beiden, sagt Schwarte: "Internationale Indieverbände werden nun noch mehr Gründe haben, das Reeperbahn Festival als Plattform zu nutzen."

Wohl wahr: So reisen im September der europäische Dachverband Impala und die USOrganisation A2IM an. "Die internationalen Gäste werden dann eine Veranstaltung von wirklich internationalem Format erleben und hoffentlich gute Geschäfte machen, was die Attraktivität von Reeperbahn Festival und VUT Indie Days in diesen Kreisen für die kommenden Jahre noch steigern wird", erklärt Schwarte. "Aber auch inhaltlich profitieren wir sehr von der Kooperation mit dem VUT." So arbeite das VUT-Team eng mit dem Beraterstab zusammen, der die Konferenzsessions des Reeperbahn Festivals kuratiert: "Die Kontakte und Impulse des VUT hierfür sind unbezahlbar."

VUT kuratiert Panels und eine Keynote

Das sieht man in Berlin ganz ähnlich: "Wir kuratieren im Kongressbereich im Rahmen der Indie Days rund acht Panels und eine Keynote gemeinsam mit dem Reeperbahn Festival", berichtet VUTGeschäftsführer Jörg Heidemann. Drei Diskussions-veranstaltungen für Donnerstag und Freitag sind thematisch bereits fixiert. Bei einer von Nina Sonnenberg moderierten Runde geht es um das Thema "Alles nur gekauft? Die Dominanz der Majors im Radio", Helienne Lindvall führt durch die Podiumsdiskussion mit dem Titel "How To Create A Fair Digital Deal For Artists - Experiences From The Independent Music Sector", und auch das Thema "Why We Need More Women In Music" steht auf der Agenda. Eine feste Location für Panels im Rahmen der Indie Days gibt es allerdings nicht - die vom VUT eingebrachten Gesprächsrunden finden an verschiedenen Veranstaltungsorten statt.

"Der VUT kooperiert in diesem Jahr in Hamburg auch mit dem Independent Label Market", berichtet Heidemann. Diese Veranstaltung, bei der sich unabhängige Musikunternehmen mit ihren Veröffentlichungen den Kunden und Sammlern direkt präsentieren, kommt ursprünglich aus Großbritannien, fand aber 2014 erstmals auch in Berlin statt und soll nun am Samstag des Reeperbahn Festivals über die Bühne gehen."Hier haben wir einige Stände reserviert, die wir unseren Mitgliedern der niedrigsten Beitragsklasse zu einem Vorzugspreis anbieten können."

Reeperbahn bleibt ihrer DNA treu

Die Veranstalter des Reeperbahn Festivals sehen die verstärkte Einbindung unabhängiger Labels in das zunächst vor allem an Livethemen ausgerichtete Branchenmeeting derweil nicht als Abkehr von ihrer ursprünglichen strategischen Ausrichtung: "Das Live Music Business gehört ganz natürlich zur DNA des Reeperbahn Festivals, woran wir selbstverständlich auch nichts ändern wollen", betont Detlef Schwarte.

"Dennoch haben wir uns im Rahmen unserer Konferenz sehr früh darum bemüht, eine Plattform für alle Teilmärkte der Musikwirtschaft zu sein. So waren Firmen und Verbände aus Recorded Music und Publishing von Anfang an Partner unserer Veranstaltung." Das sei unter anderem auch dar an abzulesen, dass im vergangenen Jahr erstmals seit der Popkomm wieder alle Major-Companies als Partner bei einer deutschen Branchenveranstaltung offiziell zu Gast waren. "Die breit aufgestellte und auf Dauer angelegte Partnerschaft mit dem VUT bedeutet also keinesfalls eine konzeptionelle Wende, sondern im Gegenteil: Wir entwickeln das Reeperbahn Festival weiter zur zentralen europäischen Plattform für alle Teilbereiche der Musikwirtschaft und - da das nicht mehr zu trennen ist - auch ihrer kreativen und technikgetriebenen Nachbarwirtschaften."