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Musikverbände wollen Gesamtmarkt transparent erfassen

BVMI, bdv, DMV, GVL, LiveKomm, SOMM, VDKD und VUT bestätigen die im September 2014 beim Musikdialog Hamburg beschlossene Erhebung einer Studie "zur transparenten Erfassung des Gesamtmarkts". Die Ergebnisse wollen die Verbände im September 2015 präsentieren.

12.03.2015 14:11 • von Frank Medwedeff
Trafen sich beim Musikdialog Hamburg 2014, bei dem die Idee für die Studie entstand (von links): Jens Michow (bdv), der US-Musikmanager Ralph Simon, Bernd Dopp (Warner Music), Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, Dieter Gorny (BVMI) und Moderator Frank Thomsen (Bild: Jana Eisberg)

Die Verbände der Musikwirtschaft in Deutschland bestätigen die im September 2014 im Rahmen des Musikdialogs Hamburg beschlossene Erhebung einer Studie "zur transparenten Erfassung des Gesamtmarkts". Träger des Projekts sind der Bundesverband Musikindustrie (BVMI), der Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (bdv), der Deutsche Musikverleger-Verband (DMV), die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL), die LiveMusikKommission, die Society Of Music Merchants (SOMM), der Verband der Deutschen Konzertdirektionen (VDKD) sowie der Verband unahbhängiger Musikunternehmen (VUT).

Der erstmalige Zusammenschluss der Institutionen in einer Kooperation für die Studie diene dem Zweck, "alle marktrelevanten Daten der unterschiedlichen Musikwirtschaftsbereiche zu ermitteln". Im Fokus der Untersuchung stehe dabei "die Ermittlung von Umsatz, Wertschöpfung und Beschäftigten aller Teilbranchen der Musikwirtschaft". Die Präsentation und Veröffentlichung der Studie soll beim kommenden Musikdialog am 23. September 2015 in Hamburg zum Auftakt des Reeperbahn Festivals erfolgen.

Hintergrund sei, dass "die tatsächliche marktwirtschaftliche Größe der Musikwirtschaft sowie die aktuelle Lage einzelner Teilmärkte derzeit nicht vollständig erfasst sind", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der beteiligten Verbände. Eine Untersuchung, die die gesamte Musikwirtschaft, ihre Wertschöpfung und die Auswirkungen "auch auf nachgelagerte Bereiche erfasst", liege bislang nicht vor. Die verfügbaren Daten des Bundesamtes für Statistik seien "in Teilen unvollständig" und ließen "nicht immer Rückschlüsse auf die volkswirtschaftlichen Kennzahlen innerhalb der verschiedenen Teilbereiche zu".

Diese Lücke soll die neue Studie schließen, die das Institut für Kommunikationswissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena durchführen wird. Mittels einer Onlinebefragung soll das Institut die Wertschöpfung der 30 von den Verbänden definierten Teilmärkte und -segmente, die Anzahl der von ihnen geschaffenen Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie die Bedeutung des jeweiligen Wirtschaftszweiges als Standortfaktor ermitteln. Zudem werde der Stellenwert von Musikproduktionen und Konzerten für Wirtschaftszweige außerhalb der Musikbranche wie beispielsweise für Rundfunkveranstalter, Hersteller von Unterhaltungselektronik oder die Tourismusbranche untersucht.

Neben der "breit angelegten" Onlinebefragung von Unternehmen wolle man vorhandene Daten, etwa vom Statistischen Bundesamt, der Künstlersozialkasse, den Geschäftsberichten der Verwertungsgesellschaften oder den Statistiken der beteiligten Verbände "neu aufbereiten".

Förderer der Studie sind die Freie und Hansestadt Hamburg sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.