Musik

Margenverfall bei DVD und Blu-ray

20.11.2014 15:34 • von

"Das Mediengeschäft bleibt auch in Zukunft eine wichtige Säule für uns", betont Michael Hosp, CEO von kdg mediatech. An der zunehmenden Digitalisierung der Videobranche will sein Unternehmen als technischer Dienstleister partizipieren. "Damit erreichen wir zwar bei Weitem nicht das Umsatzvolumen wie bei physischen Medien. Aber es ist ein sehr interessantes Geschäft, weil wir für bestehende Kunden tätig sein können", erläutert der Österreicher. Die Weichen für die digitale Zukunft wurden gestellt. Erst kürz­lich eröffnete die kdg-Authoringabteilung mediascope in der Nähe von Recklinghausen eine Niederlassung und kümmert sich dort schwerpunktmäßig um digitale Dienstleistungen. Darüber hinaus erhielt kdg mediascope die iTunes-Zertifizierung und beliefert die Apple-Plattform fortan direkt. "Wir sind bei Digital gut aufgestellt", meint der kdg-Chef deshalb.

Den Löwenanteil des Umsatzes erzielt seine Firma allerdings nach wie vor mit der Herstellung und Auslieferung von physischen Medien. Über das bisherige Saisongeschäft äußert er sich "zufrieden": "Bei CD sind wir zu 100 Prozent ausgelastet." Sorgen hingegen bereitet ihm der "kränkelnde" Home-Entertainment-Markt: "Der Margenverfall bei DVD und Blu-ray ist wirklich extrem." Angesichts von Überkapazitäten und niedrigen Preisen erwartet Michael Hosp "definitiv eine weitere Bereinigung im Dienstleistermarkt". Schließlich müssten die Kapazitäten an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden: "Auch wir richten unsere Struktur genau an der Marktentwicklung aus. Nur so können wir angesichts minimaler Margen und mit viel Ideenreichtum Gewinne im Medienbereich erwirtschaften."

Doch die Konsolidierung der Branche er­öff­net auch positive Effekte - für die überlebenden Firmen. "Wenn ein anderer Marktteilnehmer ausscheidet, haben wir gute Chancen, neue Auftraggeber zu gewinnen", erläutert Michael Hosp. "Dann nämlich schauen sich deren Kunden nach einem verlässlichen, gut aufgestellten Partner um, der physische Medien langfristig herstellen will."

Weil die Produktionszahlen von optischen Datenträgern in Zukunft insgesamt weiter sin­ken werden, arbeitet kdg wie alle anderen Mediendienstleister mit Hochdruck an der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Dabei haben die Österreicher neben der Logistik den LED-Markt im Visier. "Wir wollen unsere vorhandenen Kompetenzen nutzen. Daraus ergab sich unser Einstieg in die Produktion von hochpräzisen optischen Komponenten für das LED-Geschäft", so Michael Hosp. Natürlich müsse man sich als Neuling seinen Platz in dieser Branche erkämpfen, sei aber durchaus willkommen. Er fühle sich sehr an die "guten alten Zeiten in der Medienindustrie" erinnert: "Die LED-Technologie rollt wie eine Lawine über die gesamte Lichtbranche hinweg. Es herrscht eine tolle Aufbruch- und Umbruchstimmung." Diese Atmosphäre überträgt sich auch auf kdg. Hinzu kommt die diesjährige Veränderung in der Eigentümerstruktur. Denn nun leiten der neue Investor Henrik Wentzler und Michael Hosp die kdg-Gruppe allein. Dazu der Firmenchef: "Der Einstieg brachte sehr viel Mo­ti­va­tion ins Un­ter­neh­men. Die Mitarbeiter registrieren positiv, dass es jemanden gibt, der an sie glaubt. Und der trotz rückläufigem Replikationsbereich konsequent in neue Geschäftsfelder investiert."