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RIAA-CEO Sherman fordert vereinfachtes Lizenzieren

Bei einer Anhörung vor dem Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses entwarf Cary Sherman, CEO des Branchenverbands RIAA, ein Szenario, wie Reformen das Lizenzieren von Musik im digitalen Bereich vereinfachen könnten.

12.08.2014 13:01 • von Dietmar Schwenger

Bei einer Anhörung vor dem Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses entwarf Cary Sherman, CEO des Branchenverbands RIAA, ein Szenario, wie Reformen das Lizenzieren von Musik im digitalen Bereich vereinfachen könnten.

Sherman forderte ein System, das zum Beispiel auch Künstlern eine Vergütung für ihre Musik garantiert, die sie vor 1972 auf - genommen haben. Außerdem sollte es seiner Meinung nach erlaubt sein, Rechte zu bündeln und gemeinsam zu administrieren; ein übergreifender, marktbasierter Tarif sollte zum Standard werden. Sherman forderte zudem einen One-stop-Shop für Musiklizenzen, wie er schon seit geraumer Zeit auch in der EU diskutiert wird.

Sherman stellte dem Justizausschuss eine neue Untersuchung der RIAA zum Thema "Labels At Work: The Music Business In The Digital Age" vor und fasste die Ergebnisse des Reports zusammen: Demnach haben die Plattenfirmen mit ihrer Umgestaltung durch die digitale Distribution die Geschäftswelt revolutioniert, ihr operatives Geschäft verschlankt und einen größeren Teil ihres Umsatzes in den Aufbau neuer sowie in die Förderung bestehender Karrieren investiert.

"Labels kümmern sich um die Investitionen, von denen jeder Dollar in der Wertschöpfungskette in der Musikbranche abhängt." So befeuerten die Labels die gesamte Ökonomie, sagte Sherman; allein die Majors hätten im vergangenen Jahrzehnt in Künstler, Songwriter und Publishing 20 Milliarden Dollar investiert. Weitere sechs Milliarden Dollar hätten die Majors in den USA zudem für Marketing ausgegeben. "In diesen harten Zeiten waren unsere Investitionen in die Kreativen wichtig", sagte Sherman.

Er betonte, die Labels hätten 36 Prozent mehr Künstlervorschüsse und Tantiemen von 2000 bis 2010 ausgezahlt; zudem stiegen die Erlöse für Songwriter und Verleger aus mechanischen Rechten um 44 Prozent.