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C'n'B-Kongress eröffnete mit Elefantenrunde

Zum Auftakt der zweitägigen Businesskonferenz versammelte Moderator Steve Blame fünf Repräsentanten neuer Businessmodelle im Internet um sich und machte mit ihnen den Praxistest.

26.06.2011 10:16 • von Manfred Gillig
Content ist King (von links): Christian Hasselbring, Konstantin Neven DuMont, Fred Casimir, Michael Heise, Peter Kerckhoff, Steve Blame (Bild: MusikWoche)

Zum Auftakt der zweitägigen Businesskonferenz versammelte Moderator Steve Blame fünf Repräsentanten neuer Businessmodelle im Internet um sich und machte mit ihnen den Praxistest.

"Next Generation of Media Entertainment Business" war das Motto der Diskussionsrunde am Vormittag des 23. Juni. Auf dem Podium saßen Vertreter von mehr oder weniger erfolgreichen Geschäftsmodellen: Moderator Steve Blame versuchte von ihnen zu erfahren, was sich in den vergangenen fünf Jahren verändert hat und ob ihr Geschäft profitabel sei.

Noch nicht, aber in absehbarer Zeit, meinte Christian Hasselbring, CEO Stern, und gestand: "Wir wissen auch noch nicht, was die Leute wirklich wollen." Das Internet verändere die Nutzungsgewohnheiten mit bisher ungeahntem Tempo und mit einer Vielzahl von immer wieder neuen Anwendungen. "Es gibt keine Kontrolle mehr", sagte Hasselbring und verglich Google mit dem Operating System eines Computers, während Facebook eine Benutzeroberfläche wie Windows sei. Und nächstes Jahr käme dann wahrscheinlich schon ein neues Level hinzu.

Michael Heise, Head of Online & Teletext bei RTL Interactive, und Fred Casimir, Managing Director BMG, waren sich einig: "Professioneller Content ist und bleibt im Internet King."Casimir erklärte den Erfolg von BMG Rights Management damit, dass alle Welt eine One-Stop-Lösung bei der Rechtevergabe will - und eben das biete seine Firma. Peter Kerckhoff, Head of Content & Portal Deutsche Telekom AG, T-Com, Geschäftseinheit T-Online, wollte sich zur Profitabilität nicht festlegen und meinte: "Wir sind auf dem richtigen Weg." Moderator Steve Blame wollte von ihm wissen, ob die Telekom als Provider nicht auch von illegalen Downloads profitiere und ob sie da als seriöses Unternehmen nicht einen Riegel vorschieben müsse, erntete allerdings nur eine ausweichende Antwort. So lange rechtlich alles im Rahmen bleibe, gebe es keinen Anlass, in dieser Hinsicht aktiv zu werden.

Hier Telekom, dort mit Gruner+Jahr (stern.de), BMG Rights Management und RTL drei Firmen aus dem Bertelsmann-Konzern: Das Panel war ein wenig zu einseitig besetzt. Aber zum Glück saß mit dem Medienunternehmer Konstantin Neven DuMont auch noch ein "Independent" in der Runde. Er fand die Bezahlbarrieren im Internet noch immer zu hoch und wünschte sich einfache 1-Click-Lösungen für Micropayment. Er habe bereits mehr als 200.000 Euro in die technische Ausrüstung seines geplanten Portals investiert, verriet er, und jetzt wolle er die personelle Struktur aufbauen. Steve Blame wünschte ihm viel Glück.

Das letzte Wort hatte der Science-Fiction-Autor William Gibson ("Neuromancer"), den Christian Hasselbring zitierte: "Die Zukunft ist schon hier, wir müssen sie nur erkennen."

Die Suche geht also weiter.