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Schandmaul veröffentlichen siebtes Studioalbum: Frischer Wind inspiriert

01.01.1970 01:00 • von Norbert Obkircher

Das neue Schandmaul-Album, das am 28. Januar erscheint, kommt erstmals über den Vertriebspartner Sony Music in den Handel. Dieser Wechsel ergab sich, nachdem F im vergangenen Jahr von Edel zum Major gekommen war. "Die kreativen Entscheidungen berührt das überhaupt nicht, aber es kann sein, dass ein neuer Partner für frischen Wind sorgt", erklärt Stefan Brunner, Schlagzeuger und zugleich Co-Manager der Band. Auch habe ein Major mehr Marktmacht, ergänzt Schandmaul-Sänger Thomas Lindner, der aber gleichzeitig betont, dass die Band immer das gemacht habe, was sie wollte. "Wir sind da, wo wir sind, weil wir von Anfang an unseren eigenen Weg gegangen sind. Dadurch erschufen wir unsere Basis, auf der wir heute aufbauen."

Dazu gehöre auch die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihrem Label, erläutert Brunner: "Tom Büscher und sein Team würden die Platte veröffentlichen, ohne sie vorher gehört zu haben." Eine ähnlich enge Bindung hat das Sextett, das 2008 in München mit 7000 Fans das zehnjährige Bandjubiläum feierte, zu seinem langjährigen Produzenten Thomas Heimann-Trosien. "Thomas ist eher daran interessiert, herauszukitzeln, was uns interessiert, anstelle uns seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Wenn wir etwa Jazz- oder Bossa-Nova-Elemente einbauen wollen, dann lässt er uns", berichtet Lindner von der Studioarbeit, die Schandmaul auch für "Traumtänzer" wieder nach Münster geführt hat.

Dort entstand ein abwechslungsreiches Album, das durch seinen transparenten Klang besticht. So hat die Formation ihren typischen Sound durch einige Facetten erweitert, ohne dabei ihre ganz eigene Mischung aus Rock-, Folk- und Mittelalterelementen aufzugeben. "Unser Ziel war es, ein frisches und vielseitiges Album aufzunehmen, das aber auch eine gehörige Portion Rotz und Dreck zulässt. Dabei hoffen wir, dass dies den Nerv der Leute trifft", sagt Lindner.

Angst vor Stagnation haben die Musiker trotz der unveränderten Konstellation bei Label- und Studioarbeit jedoch keine. "Wir halten immer alle Augen und Ohren offen", sagt Brunner und berichtet von der neuen Zusammenarbeit mit dem Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein, für dessen neues Buch die Band einen Song schreibt. "Solche Projekte sorgen dafür, dass man neue Zuhörer erreicht, ohne etwa die Musik verändern zu müssen, nur um im Radio gespielt zu werden."

Ein neuer und zugleich alter Partner kümmert sich fortan auch um die Livegeschicke von Schandmaul. Mit Dirk Verseck von Headline Concerts, dem zweiten Manager von Schandmaul, habe man sich darauf geeinigt, dass Headline nun auch das Booking der Formation betreut, das zuvor in den Händen von Extratours lag. "Wir werden bei der kommenden Tournee nicht mehr wochenlang am Stück unterwegs sein, sondern immer nur von Donnerstag bis zum Wochenende", kündigt Lindner an. Diese Änderung habe jedoch vor allem damit zu tun, dass zwei Babies den Alltag der Schandmaul-Mitglieder durcheinander gewirbelt haben. Denn, so Lindner, "mit Kindern in der Band verschieben sich die Prioritäten auto matisch".