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Hitbeat 2010: Unheilig dominiert ganz klar bei den Alben

Der Graf alias Unheilig beherrschte 2010 das Geschehen in den MusikWoche Top 100 Longplay fast nach Belieben. Bei den Singles setze sich Israel "Iz" Kamakawiwo'ole indes in den Jahrescharts denkbar knapp durch.

14.01.2011 14:40 • von Norbert Obkircher

2010 war das Jahr von Bernd Graf alias Unheilig. Mit "Große Freiheit" fand er den Weg aus der Gothic-Nische in den Mainstream und stellt den unangefochtenen Sieger der offiziellen deutschen Jahrescharts bei den Longplayern. Das Erfolgsalbum beglückte in seinen diversen Konfigurationen (inklusive "Große Freiheit Live") mehr als eine Million Käufer und brachte es somit auf Fünffach-Platin.

Überhaupt reüssierten Longplayer aus Deutschland im vergangenen Jahr in großer Manier. So belegt Peter Maffay mit "Tattoos" Rang zwei in der Jahresauswertung. Es war bereits die 14. Nummer eins seiner Karriere in der deutschen Albumhitliste. Insgesamt tummeln sich acht deutsche Produktionen in den Top Ten der Jahrescharts: Ich+Ich rangieren mit "Gute Reise" auf Position vier, gefolgt von Eurovision-Song- Contest-Gewinnerin Lena mit "My Cassette Player" auf fünf.

Und die Plätze sieben bis zehn der 2010er-Endwertung belegen der deutsch-amerikanische Geigen-Zampano David Garrett mit "Rock Symphonies", Xavier Naidoo mit "Alles kann besser werden" sowie die um den Ehrentitel der deutschen Schlagerkönigin konkurrierenden Sängerinnen Helene Fischer mit ihrem "Best Of" und Andrea Berg mit "Schwerelos".

An internationalen Stars haben es nur zwei Solokünstlerinnen unter die ersten zehn geschafft: die Amerikanerin Lady GaGa mit "The Fame"/"The Fame Monster" auf Rang drei und die Schottin Amy Macdonald mit "A Curious Thing" an sechster Stelle.

Umgekehrt fällt die Jahresbilanz bei den Singles aus: Hier sind acht internationale und nur zwei deutsche Produktionen in den Top Ten notiert. An der Spitze des Klassements liegt mit Israel "Iz" Kamakawiwo'ole, dem "sanften Riesen" aus Hawaii, und seiner anrührenden Version von "Over The Rainbow" ein Künstler, der seinen Triumph nicht mehr erleben kann. Er verstarb 1997 im Alter von nur 38 Jahren. "Iz" gewann die Jahreswertung laut Media Control mit "hauchdünnem Vorsprung". Durch einen "furiosen Endspurt" habe er die bisher knappste Entscheidung überhaupt um die Singles-Jahreskrone herbeigeführt.

Abgefangen hat er somit noch die Kolumbianerin Shakira zusammen mit der südafrikanischen Band Freshlyground: Ihr Ohrwurm "Waka Waka (This Time For Africa)" war der offizielle Song zur Fußball-WM 2010. Die deutsche Fahne in der Singles-Auswertung hoch halten auf den Rängen drei und vier Lena Meyer-Landrut mit "Satellite", ihrem Siegertitel vom Grand Prix aus Oslo, und Unheilig mit "Geboren um zu leben (Special Edition)", der erfolgreichsten Auskopplung des Albumjahressiegers.

Die übrigen Top-Ten-Plätze der MusikWoche Top 100 Singles des Jahres 2010 belegen internationale Hits. Auf Rang fünf landen Yolanda Be Cool & Dcup aus Australien mit "We No Speak Americano (Digital Only)" vor K'naan mit "Wavin' Flag" und dem Belgier Stromae, dem es mit "Alors On Danse" gelang, den deutschen Musikhörern mal wieder einen französischsprachigen Song näher zu bringen. Auf Rang acht der populärsten Songs von 2010 liegt das britische Elektropop- Duo Hurts mit "Wonderful Life", gefolgt von den US-Beauties Keri Hilson mit "I Like" und Kesha mit "Tik Tok".