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Sony Music fordert Medien und Handel zur stärkeren Zusammenarbeit auf

Zum dritten Mal hieß es am 4. November auf Einladung von Sony Music "Laut in München". In diesem Jahr empfing der Major nach eigenen Angaben eine Rekordbesucherzahl von rund 800 Handels- und Medienpartnern - und nutzte das Treffen zu einem Appell für eine gemeinsame Künstlerentwicklung.

04.11.2010 16:34 • von Christian Schober

Zum dritten Mal hieß es am 4. November auf Einladung von Sony Music Entertainment Germany "Laut in München". In diesem Jahr empfing der Major nach eigenen Angaben eine Rekordbesucherzahl von rund 800 Handels- und Medienpartnern - und nutzte das Treffen zu einem Appell für eine gemeinsame Künstlerentwicklung. Bei der Veranstaltung in den Eisbach Studios präsentierte Sony Künstler aller Repertoiredivisionen darunter Gossip, Joe Cocker, Hurts, Ting Tings, Revolverheld feat. Marta Jandova, Joy Denalane, Atze Schröder, Adam Lambert, Madcon, Stefan Dettl, Ulita Knaus und Valentine. Hurts empfingen an Ort und Stelle zudem einen Gold-Award für ihr Album "Happiness".

"Fördern wir gemeinsam die Musikszene in Deutschland", sagte Edgar Berger, CEO Sony Music Entertainment GSA vor den Handels- und Medienpartnern. "Sony Music hat sich der Entwicklung des musikalischen Nachwuchs verschrieben. Keine andere Music Company hat derart in die Verstärkung des A&R-Teams investiert". Sony Music habe vor allem im nationalen Markt "deutlich hinzugewonnen. Das ist besonders wichtig, denn der Markt für nationale Künstler wächst."

Jedoch sieht der CEO Nachholbedarf bei der gemeinsamen Künstlerentwicklung und nannte als Beispiel das Radio: "Radio bildet nicht das ab, was die Musikfans kaufen. Nehmen wir zur Vereinfachung die deutschsprachigen Künstler. Im laufenden Jahr sind deutschsprachig: 35 der Top 100-Alben, 22 der Top 100-Singles. Aber nur neun Songs der Top 100-Airplay-Charts sind deutschsprachig."

Hinsichtlich der aktuellen Charts-Platzierungen der Sony-Künstler zog Berger eine positive Zwischenbilanz: "Aktuell sind sechs Alben von Sony-Künstlern in den Top 10, darunter die Positionen eins bis drei. Andrea Berg steht mit ihrem Album 'Schwerelos' an der Spitze der Charts. Peter Maffay ist der erfolgreichste deutsche Solokünstler des laufenden Jahres".

Positiv sieht der Musikmanager auch die Entwicklung im Nebengeschäft und in den neuen Geschäftsfeldern: "Sony Music ist die am breitesten aufgestellte Music Entertainment Company in Deutschland - Comedy, Family Entertainment, Video-Distribution, Video-Vertrieb und Künstler-Management." Als einziger Major sei Sony zudem ein "echter Spieler im Livegeschäft". "Nach Comedy und Klassik sind wir dieses Jahr mit der DEAG gerade erst in den Schlager- und Volksmusikmarkt eingestiegen und haben uns bei Manfred Hertlein beteiligt."

Berger nahm sich auch Zeit für einen Rückblick auf die jüngste Vergangenheit: "Wir haben in dem letzten - Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr - mehr Umsatz gemacht als vor fünf Jahren und haben in den letzten fünf Jahren in jedem einzelnen Kalenderjahr unseren Marktanteil gesteigert". Dies wolle man in diesem Jahr wiederholen, auch wenn es eine besondere Herausforderung darstelle, "aber wir bemühen uns um einen furiosen Endspurt".

Vor rund 150 Handelspartnern bilanzierte außerdem André Mühlhausen, Senior Vice President Sales & Distribution GSA: "Wir verkaufen mengenmäßig so viel wie seit fünf Jahren nicht mehr. Derzeit wächst der Markt bezogen auf den Absatz um fünf Prozent". Vom Handel fordert der Sony-Vertriebschef "Mut zur Veränderung, mehr Vielfalt und mehr Fläche. Messt uns an Gegenwart und Zukunft - den fairen Wettbewerb mit anderen Produktgruppen scheuen wir nicht".

Abschließend appellierte Berger an die gesamte Musikbranche: "Wir sollten selbstbewusster sein und die Nachricht nach außen tragen: Musik hat nach wie vor eine hohen Stellenwert im Handel und Musik ist der Vorreiter in der Digitalisierung der Medienwelt." Keine andere Mediengattung habe so einen hohen digitalen Geschäftsanteil und keine andere Branche unterstützte derart viele legale Angebote für die Konsumenten.