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Für Spotify liegt China näher als Amerika

Der ursprünglich für das Jahresende in Aussichtgestellte Markteintritt von Spotify in den USA ist inzwischen offiziell vom Tisch. CEO Daniel Ek geht nun vorsichtig von einem Start "im Frühjahr 2010" aus und konzentriert sich derweil auf China.

13.11.2009 11:01 • von Christian Schober

Der ursprünglich für das Jahresende in Aussichtgestellte Markteintritt von Spotify in den USA ist inzwischen offiziell vom Tisch. CEO Daniel Ek geht nun vorsichtig von einem Start "im Frühjahr 2010" aus und konzentriert sich derweil auf China. Dies erklärte Ek im Rahmen des Monaco Media Forum. Grund für die Verzögerung im größten Musikmarkt der Welt sind laut Ek die andauernden Verhandlungen mit Musikverlegern. Außerdem sei jenseits des Atlantiks noch einiges an Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten: "Die Vereinigten Staaten sind eine besondere Baustelle. Die Labels wollen dort alle mit uns arbeiten, aber es gibt tausende Verleger, die wir erst von unserem Geschäftsmodell überzeugen müssen."

Während Spotify in den USA noch Verhandlungen führt, sieht Ek die Prioritäten für seine Firma derzeit eher im Osten. Dort komme man mit den Expansionsplänen wesentlich besser voran. "Das Potenzial dort drüben ist gewaltig", so Ek. "80 Millionen Menschen haben dort inzwischen Breitbandanschlüsse." Doch selbst wenn die Amerikapläne ins Stocken geraten sind, glaubt Ek an den großen Durchbruch. Ziel sei es, ein Unternehmen aufzubauen, das einen Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar erwirtschaften kann. Außer Apple sei dies im Digitalgeschäft noch niemandem gelungen. "Die Musikbranche braucht noch einen anderen Milliardenmarkt."