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GEMA-Aufsichtsrat bezieht Position

Der Aufsichtsrat der GEMA sieht sich angesichts der Diskussion um anstehende Sparmaßnahmen zu einer Stellungnahme veranlasst. Damit will das Gremium um seinen Vorsitzenden Jörg Evers klarstellen, dass eine Zusammenlegung einzelner Bezirksdirektionen keineswegs bereits beschlossene Sache sei.

01.01.1970 01:00 • von Knut Schlinger

Der Aufsichtsrat der GEMA sieht sich angesichts der Diskussion um anstehende Sparmaßnahmen bei den Bezirksdirektionen der Verwertungsgesellschaft zu einer Stellungnahme veranlasst. Damit will das Gremium um seinen Vorsitzenden Jörg Evers klarstellen, dass eine Zusammenlegung einzelner Bezirksdirektionen keineswegs bereits beschlossene Sache sei:

"Die Veröffentlichung des GEMA-Aufsichtsratsbeschlusses vom 15. Oktober hat in einigen Medien zu der Fehlinterpretation geführt, der Aufsichtsrat der GEMA hätte endgültig entschieden, die Bezirksdirektionen München und Nürnberg in Nürnberg, Augsburg und Stuttgart in Stuttgart sowie Hannover und Hamburg in Hamburg zusammenzulegen. Dies ist falsch. Der Aufsichtsrat stellt den Sachverhalt wie folgt klar: Besonders in wirtschaftlich angespannten Zeiten ist die GEMA als Treuhänderin ihrer Mitglieder verpflichtet, Möglichkeiten der Kosteneinsparung in allen Geschäftsbereichen zu prüfen. Angesichts der Möglichkeiten moderner Kommunikations- und Administrationstechnik gehört dazu unter anderem auch die Prüfung der Auswirkungen von Zusammenlegungen von Bezirksdirektionen. Dass dabei nicht nur die Ertragssituation für die GEMA-Mitglieder, sondern auch die Sozialverträglichkeit solcher Maßnahmen für die GEMA-Mitarbeiter berücksichtigt werden, ist selbstverständlich. Bei derartigen ergebnisoffenen Überlegungen ist darum auch besonders auf das betriebsverfassungsrechtlich zwingend vorgeschriebene Procedere der sogenannten Prüfungs- und Planungsphasen zu achten. Der GEMA-Aufsichtsrat ist sich seiner besonderen Verantwortung bewusst und wird seine endgültige Entscheidung erst nach Abwägung aller Kriterien treffen, voraussichtlich im Dezember dieses Jahres. Im Namen des Aufsichtsrats der GEMA, Jörg Evers, Aufsichtsratsvorsitzender"

MusikWoche hatte nach Informationen der GEMA berichtet, dass der Aufsichtsrat den Vorstand der Verwertungsgesellschaft beauftragt habe, "die zuständigen Arbeitnehmervertretungen über die Planung des Zusammenschlusses" zu unterrichten, mit den zuständigen Arbeitnehmervertretungen zu beraten und Verhandlungen über einen Interessenausgleich aufzunehmen. Über das Ergebnis werde der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im Dezember "beraten und über das weitere Vorgehen entscheiden."