Unternehmen

Insider zweifeln am Geschäftsmodell von Spotify

Spotify bleibt eine der meist publizierten Erfolgsstories im Bereich Musikstreaming. Doch weil derzeit noch weniger als ein Zehntel der Nutzer für ein Premiumabo bezahlt, sagen Insider der Firma eine raue Zukunft voraus. Firmengründer Daniel Ek schwebt bereits ein modifiziertes Lizenzmodell vor.

12.10.2009 10:45 • von Knut Schlinger

Spotify bleibt weiterhin eine der meist publizierten Erfolgsstories im Bereich Musikstreaming. Doch weil derzeit noch weniger als ein Zehntel der Nutzer für ein Premiumabo bezahlt, sagen Insider der Firma eine raue Zukunft voraus.

Führende Mitarbeiter von Majorlabels erklärten gegenüber der "Times", dass Spotify schon bald "erledigt" sein könnte, wenn das Unternehmen nicht zügig mehr Nutzer zu zahlenden Kunden macht: "Wenn die so weiter machen, sind sie in einem Jahr tot", meinte ein allerdings namentlich ungenannter Labelmanager. Die Einnahmen aus Werbung und Abovermarktung reichten schlichtweg nicht aus, um die Lizenzkosten zu decken und Spotify profitabel zu gestalten, so die Einschätzung von vielen in der Branche.

Diese Aussagen sind eine Reaktion auf einen Gastkommentar von Spotify-Gründer Daniel Ek in der "Times". Darin erklärte Ek, ihm und seinen Partnern gehe es nicht darum, das Unternehmen mit viel PR und aggressiver Wachstumsstrategie künstlich aufzuwerten, um danach meistbietend an einen großen Investor zu verkaufen: "Um das hier unmissverständlich klar zu stellen: Wir machen das mit einer langfristigen Perspektive", schrieb Ek in der "Times". Doch um aus Spotify ein Unternehmen zu machen, das sowohl für die Inhaber als auch für die Lizenzpartner profitabel ist, müsse sich an den Lizenzkonditionen der Musikindustrie noch einiges ändern:

Die Gebühren pro Songstream seien zu hoch, meint Ek. An deren Stelle sollten sich die Rechteinhaber lieber auf eine Mischkalkulation aus Downloads, Merch- und Ticketverkäufen sowie Streams einlassen.