Unternehmen

Weniger als ein Zehntel der Spotify-Nutzer zahlt

Erst in wenigen Märkten aktiv, bleibt Spotify doch weiterhin eines der größten Gesprächsthemen der Musikbranche. CEO Daniel Ek unterstrich das kürzlich wieder bei einem öffentlichen Auftritt, bei dem er wenige Zahlen verriet und die Unternehmensstrategie skizzierte.

21.09.2009 12:03 • von Christian Schober

Erst in wenigen Märkten aktiv, bleibt Spotify doch weiterhin eines der größten Gesprächsthemen der Musikbranche. CEO Daniel Ek unterstrich das erst kürzlich wieder bei einem öffentlichen Auftritt, bei dem er wenige Zahlen verriet und die Unternehmensstrategie skizzierte.

Im Rahmen eines Podiumsgesprächs vor Technologie- und Wirtschaftsexperten in London erklärte Ek, dass seine Firma derzeit ihre Umsätze alle zwei Monate verdoppelt. In Schweden, wo einer von neun Einwohnern bereits Spotify-Nutzer ist, machte die Musikbranche laut Ek im Juli 35 Prozent ihrer Umsätze über den Streamingdienst. Solche Ergebnisse seien nur über Masse erreichbar - "Freemium"-Geschäftsmodelle bräuchten eine große Nutzerzahl, um irgendwann in die schwarzen Zahlen zu kommen.

Von der Profitabilität sei man gegenwärtig noch ein gutes Stück entfernt, so Ek. Jedoch sei dieser Umstand ein Teil des Business-Plans: "Wir könnten schon längst Gewinne machen, wenn wir dies wollten. Aber wir haben uns statt dessen dafür entschieden, schneller zu wachsen. Mark Zuckerberg hat das mit Facebook genauso gemacht. Kurzfristige Gewinne sind mir recht egal."

Weil Spotify allein mit der werbefinanzierten Komponente des Angebots nie auf einen grünen Zweig kommen wird, liegt das Augenmerk des Managements und der Lizenzgeber auf der Umwandlung der Nutzer hin zum werbefreien Bezahldienst von Spotify. Man gebe zwar prinzipiell keine exakten Zahlen heraus, sagte Ek, doch die Anzahl der Spotify-Nutzer, die für den Service bezahlen, liege gegenwärtig unter zehn Prozent. "Aber ich glaube, wir können zweistellig werden. Uns war immer klar, dass die überwiegende Mehrheit unserer Nutzer die kostenlose Variante wählen wird. Aber solange das im großen Maßstab passiert, ist das in Ordnung. Die Zahlen stimmen."

Ek und sein Team sind sich bewusst, dass es in der Branche viele Zweifler gibt, die dem Spotify-Modell skeptisch gegenüber stehen: "Klar, verglichen mit der CD sieht unser Modell nicht gut aus. Aber wenn man uns der Welt der illegalen Downloads gegenüberstellt, dann ist unser Modell äußerst attraktiv." Daher sei Spotify auch keine Konkurrenz für Downloadhändler: "Unser Gegner heißt Piraterie." Ek sieht seine Firma als einen wichtigen Baustein im Bemühen der Musikwelt, Fans vom unlizenzierten Musikkonsum abzubringen. Umfragen hätten ergeben, dass 80 Prozent der Spotify-Nutzer inzwischen die Finger vom Filesharing lassen.