Musik

DVD behauptet Stellung

Ungeachtet neuer Unterhaltungsmedien und Vertriebsformen wird sich die DVD bis auf weiteres am Markt behaupten. Zu diesem Ergebnis kam ein Expertenpanel zum Auftakt des Branchenforums "DVD Entertainment 2006" in München.

19.10.2006 08:58 • von Jochen Müller

Neue Medienangebote und -technologien wie hochauflösendes Fernsehen (HDTV), Festplattenrekorder oder Fernsehen auf IP-Basis (IPTV) bieten "mehr Chancen als Bedrohung" für die Unterhaltungsindustrie, sagte Georg Kofler, Premiere-Vorstandsvorsitzender, in seiner Keynote zur Eröffnung des Branchenforums "" am 18. Oktober in München. Die "Individualisierung der Medienmärkte", so das Thema des Auftakts der zweitägigen Veranstaltung, sei bisher "ein überschaubares Geschäft", bilanzierte Kofler. So macht der Abosender bei einem Jahresumsatz von über einer Mrd. Euro nur 20 Mio. mit Abrufangeboten wie Pay-per-View. "Neue Medien und Verwertungsformen werden etablierte Medien nicht verdrängen", erwartet Kofler.

Dirk Lisowsky, Vorstandsvorsitzender BVV und Geschäftsführer von Universal Pictures Germany, rechnet mit einem stagnierenden DVD-Markt: "Das Wachstum der vergangenen Jahre werden wir in Zukunft nicht mehr haben." Allerdings werde der Markt nicht schrumpfen, sondern sich auf dem jetzigen Niveau stabilisieren. Fred Kogel, Vorstandsvorsitzender Constantin Film, kritisierte Dumpingpreise bei Filmabrufangeboten. "Leider besteht im Video-on-Demand-Bereich die Tendenz zu extrem niedrigen Flatfees", so Kogel. Der Constantin-Chef rechnet mit leicht sinkenden Umsätzen im DVD-Geschäft und ist skeptisch, ob die Umsatzlücke von neuen digitalen Vertriebsmodellen wie Video on Demand (VoD) geschlossen werden kann.

In der Musikindustrie wird sich der Transformationsprozess in digitale, non-physische Vertriebsmodelle fortsetzen. Ulrich Järkel von SONY BMG Music Entertainment rechnet im digitalen Musikverkauf mit jährlichen Zuwachsraten von 30 bis 40 Prozent, während der CD-Verkauf weiter schrumpfen wird. Die Digitalisierung, in Entertainmentbereichen wie der Musikindustrie bereits weit fortgeschritten, muss von Kinos erst noch bewältigt werden. "Uns steht viel Arbeit bevor", meinte Thomas Negele, Vorstandsvorsitzender HDF Kino. Negele betonte die Vorteile der Digitalisierung der Kinotechnik für die Filmtheater, etwa bei den Betriebskosten, auch wenn zuerst hohe Investitionen anfallen.