Musik

Beatsteaks: Berliner Rock'n'Roller mit Primärtugenden

27.02.2004 12:25 • von

Die anhaltende Krise der Musikindustrie geht an sensiblen Künstlerseelen nicht spurlos vorbei. Arnim Teutoburg-Weiss, Mikro-Mann der Rock'n'Roll-Aufsteiger Beatsteaks, schützt sich mit keckenSprüchen vor drohenden Zukunftsängsten: "Da gibt es eine Band in Berlin, die wird alles ändern", macht er sich Mut und grinst dabei über beide Ohren. Das Selbstbewusstsein des Musikers hat seinen Grund, schließlich ist es dem Quintett im Herbst 2002 gelungen, die Berliner Columbiahalle zu füllen. Allerdings sind vergangene Lorbeeren kein Ruhekissen, und so blickt der Sänger nach vorn: "Unser Job ist es jetzt zu zeigen, wo der Hammer hängt, und solche Hallen erneut zu füllen."

Seine Zuversicht wirkt wohltuend. "Wenn wir uns gut fühlen, sind wir in allen Disziplinen gut: im Songwriting, in der Studioarbeit und in Konzerten", zählt Gitarrist Peter Baumann auf. Da kann das aktuelle Album, "Smack Smash", ja nur optimistisch klingen. Es paart erfrischende Melodien mit schwungvollen Grooves. Hingabe und Leidenschaft sind die größten Stärken der Band aus Berlin; Tugenden, die man in jedem einzelnen Ton spürt. "Die Platte entwickelt eine direkte Energie", findet Teutoburg-Weiss, "der Albumtitel stammt aus der Comic-Sprache und hat etwas Heiteres. Ich übersetze ihn für mich mit 'links, rechts'", sagt er lachend und vollführt eine Handbewegung, als wolle er den Gesprächspartner mit zwei kurzen Ohrfeigen aufwecken.

Einer der leidenschaftlichsten Songs ist "Hello Joe", eine Hymne an den schmerzlich vermissten Joe Strummer. "Ich habe ihn nie getroffen, jedoch sehr viele Dokumentationen über The Clash angeschaut, die Platten gehört und ein Buch über die Band gelesen. Das war sehr inspirierend", sagt Arnim. Strummers Vielschichtigkeit, seinen Optimismus und Willen zur Veränderung reflektieren die Beatsteaks auf ihre Weise. Bestätigung erfährt die Band auch aus den Medien. Die Single "Hand In Hand" läuft landesweit auf diversen Radiostationen und Musik-TV-Sendern. Angesichts all der guten Nachrichten ist Arnim Teutoburg-Weiss überzeugt, dass die Band das Beste noch vor sich hat: "Wir haben etwas angefangen, das gerade erst ins Rollen gekommen ist."