Musik

Charts KW 46: Bohlen und R.E.M. setzen Siegesserien fort

06.11.2003 15:32 • von

Mit euphorischen Worten reagiert Philipp Zwez, Product Manager bei BMG Berlin, auf den neuesten Charts-Rekord von Deutschlands erstaunlichsten Medienphänomen: "Es ist eine Sensation. Mit seiner neuesten Produktion schreibt Dieter Bohlen Musikgeschichte." Denn "Superstar" Alexanders neue Single, "Free Like The Wind", springt von null auf eins - und ist die fünfte Produktion aus Bohlens Hitküche innerhalb eines Jahres, der dieses Kunststück gelingt. Zuvor führten einen solchen Katapultstart auch der Song "We Have A Dream" von der vereinigten Sängerschar von "Deutschland sucht den Superstar", Alexanders Debüt "Take Me Tonight", Daniel Küblböcks "You Drive Me Crazy" sowie "Für dich" von Yvonne Catterfeld vor. Einen sechsten Direktschlag verhinderte Bohlen quasi selbst. Küblböcks Single "Heartbeat" kam deswegen "nur" auf Rang zwei, weil die Pole Position noch von Bohlens anderem Schützling Catterfeld belegt war. Nicht zu vergessen, dass mit dem "United"-Longplayer der "Superstar"-Finalisten und Alexanders CD "Take Your Chance" obendrein zwei Alben, die Bohlen komponierte und produzierte, direkt auf die oberste Stufe des Charts-Podests schossen.

In den Top 100 Longplay übernimmt gleichfalls ein frisch veröffentlichtes Werk die Spitze ohne Umschweife: der Sampler "The Best Of R". Auch Michael Stipe und Co. bauen damit eine imposante Serie aus. Nach den Studioalben "New Adventures In Hi-Fi" (1996), "Up" (1998) und "Reveal" (2001) markieren sie mit dem Hit-Überblick ihren vierten Spitzenreiter in Folge in Deutschland. Auch in Großbritannien, Irland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Österreich, der Schweiz und Italien lassen R.E.M. die komplette Konkurrenz hinter sich.

Auf Platz acht verbucht Paul van Dyk mit "Reflections" seine erste Top-Ten-Platzierung bei den Alben und untermauert seine Stellung als Aushängeschild der deutschen Dance-Szene. Der Vorgänger "Out There And Back" brachte es anno 2000 bis auf Rang 19.

Zwei neue Charts-Titel erinnern an eine der wenigen wirklichen deutschen Rock-Legenden: Das "Rio Reiser - Familienalbum", eine Hommage von so unterschiedlichen Künstlern wie Marianne Rosenberg, Nena, den Fehlfarben oder Wir sind Helden tritt auf Platz 45 ins Charts-Geschehen ein. Die Single-Auskopplung "Ich bin müde" der HipHop-Crew Fettes Brot ist ebenfalls Neueinsteiger auf Rang 87.

Die im wöchentlichen Turnus veröffentlichten Maxis aus der TV-Talentschmiede "Fame Academy" auf RTL II sind zwar bislang noch nicht in die Spitzenregionen vorgedrungen, zeigen aber eine doch deutlich wahrnehmbare Wirkung in den Charts. So macht die Police-Adaption "Every Breath You Take", gesungen von Akademie-Zögling Christopher Komm, als Aufsteiger der Woche einen Satz von 62 auf 27. Die neueste, unter tatkräftiger Mithilfe von DJ BoBo entstandene Veröffentlichung "So Wonderful" ist auf 51 dabei. Und auf den Plätzen 76, 84 und 94 finden sich drei weitere Maxis der Reihe zum Fernsehformat.

Pink macht ihrem Arbeitgeber BMG viel Freude. Ihre Single "Trouble" entert die Charts auf Rang sieben, "Missundaztood", das meistverkaufte BMG-Album 2002 in Deutschland, erreicht jetzt Doppel-Platin.

Die Chancen, dass Pink mit ihrem neuen Album "Try This" noch mehr Edelmetall einheimst, stehen gut. Der Bundesverband Phono hat nämlich beschlossen, rückwirkend zum 1. Januar 2003 die Schwellen für Gold- und Platinehren zu senken. Gold gibt es bei den Alben nun schon ab 100.000 Einheiten statt 150.000, Platin für 200.000 statt 300.000. Singles können sich für 150.000 abgesetzte Exemplare mit Gold schmücken (bisher 250.000), mit Platin für 300.000 statt 500.000. Der Bundesverband begründet den Schritt mit einer Anpassung an internationale Standards. Nun sei endlich Vergleichbarkeit mit Frankreich und Großbritannien geschaffen.