Musik

Charts KW 28: BMG transatlantisch mit breiter Brust

03.07.2003 11:01 • von

Das dänische R&B/HipHop-Trio Outlandish erobert mit "Aicha" die Führung in den deutschen Singles-Charts für BMG Ariola München. Die von Arista-Boss L für den Rest der Welt gesignte Gruppe aus Kopenhagen reüssiert mit einer Coverversion des Songs von Raï-Star Khaled, die 1997 auf Platz 33 kam. Frank Briegmann, Senior Vice President BMG Germany, erklärt: "Mit der Top-Position von Outlandish beweisen wir, dass nicht allein TV-Formate für den Durchbruch eines Newcomers entscheidend sind. Wir setzen auf konsequentes Artist Development sowie maßgeschneidertes Marketing und haben mit dieser Strategie ins Schwarze getroffen." Durchs Fernsehen bekannt wurden indes die beiden anderen BMG-Protagonistinnen in den Singles-Top-Ten: GZSZ-Star Yvonne Catterfeld rangiert mit "Für dich" (BMG Berlin) auf drei. "Deutschland sucht den Superstar"-Finalistin Juliette Schoppmann springt für BMG München mit der Ballade "Calling You" von null auf zehn und widerlegt damit den hier nicht involvierten Dieter Bohlen, der dem Stück öffentlich Hitqualitäten abgesprochen hatte. Auch bei den Longplayern ist sowohl die Münchner BMG-Zentrale mit Eros Ramazzotti auf zwei und Annie Lennox auf zehn sowie die Berliner Mannschaft der Musik-Bertelsmänner mit Modern Talking, Daniel Küblböck und Yvonne Catterfeld auf drei, fünf und sechs glänzend vertreten.

Noch imposanter fällt die BMG-Charts-Bilanz in den USA aus, wofür in dieser Woche die RCA Music Group und das angeschlossene Label J Records von Clive Davis verantwortlich zeichnen. Bei den Longplays stellt BMG mit den aktuellen Alben von R&B-Sängerin Monica auf eins, Luther Vandross auf zwei und Annie Lennox (fünf) drei der ersten Fünf, bei den Singles weiter die ersten beiden Plätze mit den "American Idols" Clay Aiken und Ruben Studdard. Rolf Schmidt-Holtz, Chairman und CEO von BMG, beglückwünschte die Künstler und die RCA/J-Teams "für diesen durchschlagenden Verkaufs- und Charts-Erfolg. Ich danke RCA und seiner Führung mit Clive Davis und Charles Goldstuck für großartige Musik und großartige Resultate."

In Deutschland weht auch aus Richtung eastwest ein kräftiger Charts-Wind bei den Singles. Da zahlt sich der Deal mit Superstar Recordings mit Notierungen von Culture Beat auf sieben, von Panjabi MC (16) und den Boogie Pimps (31) aus. Noch besser in Form ist Dancehall-Durchstarter Sean Paul, der mit "Get Busy" von acht auf vier hüpft. Das Frank Popp Ensemble sowie die Kombination Craig David und Sting erhöhen auf den Rängen 27 und 28 die Anzahl der bei eastwest angesiedelten Titel im oberen Drittel auf satte sechs.

Freude bei SPV lässt das italienische Model Carla Bruni aufkommen, die mit dem Chanson-Pop ihres Albums "Quelqu'un M'a Dit" ein verheißungsvolles Charts-Debüt auf Rang 17 hinlegt. Wie der Fall Bruni exemplarisch deutlich macht, müssen erfolgreiche französischsprachige Titel nicht unbedingt von waschechten Franzosen kommen. Ebenfalls aus Italien stammt In-Grid, die ihr Album "Rendez-Vous" auf 53 und die Singles "Tu Es Foutu" auf 64 und "In-Tango" auf 77 platziert. Die Belgierin Kate Ryan reüssiert mit der Single "Libertine" (13) und dem Album "Different" (36), das Songs auf Französisch und Englisch kombiniert. Die französische Sängerin Barbara Alcindor nahm die deutschen Produzentenbrüder Torsten und Karsten Dreyer zur Hilfe, um als French Affair mit der Single "Comme Ci, Comme Ça" (48) Charts-Spuren zu hinterlassen. Nur die Korsin Alizée vertritt mit der Maxi "J'En Ai Marre! - I'm Fed Up!" (33) derzeit wirklich und allein die französischen Farben.