Musik

Wagemut und Innovation zahlen sich aus

Superstar Recordings zieht Fazit nach Partnerwechsel

13.05.2003 13:27 • von

"Durch den Weggang von Andy Bork und Markus Wenzel, der nicht mehr im operativen Geschäft tätig ist, hat sich strategisch bei uns nichts geändert", betont Peter Aleksander, Geschäftsführer Superstar Recordings. "Wir bleiben unserer Linie treu, an der Schnittstelle zwischen Charts und Underground zu arbeiten." Dies gelang zuletzt als Paradebeispiel mit dem von Superstar aufgebauten Künstler Panjabi MC, dessen Track "Mundian To Bach Ke" inzwischen ein weltweiter Hit wurde. "Darauf sind wir sehr stolz, denn hieran zeigt sich, dass sich Wagemut und Innovation auch in der heutigen Zeit noch lohnen."

Diesen Weg will die Firma, die im Februar dieses Jahres von Urban/Universal zu eastwest/Warner wechselte, auch weiterhin beschreiten und sieht dabei unter dem Dach von Warner die besten Bedingungen dafür: "Wir sind hier perfekt integriert, können aber etwa bei Marketing und Videos autark arbeiten. Bei eastwest fühlen wir uns sehr wohl, weil wir zur Tradition von eastwest, mit Labels wie Leaded und Fuel Künstler aus dem Underground zu holen, bestens passen. Und die Zusammenarbeit zahlt sich bereits aus, denn schon unser erstes gemeinsames Thema, 'Somebody To Love' von den Boogie Pimps, steht schon auf Rang 13 und auch von 'Mr' von Culture Beat versprechen wir uns sehr viel". Dabei will sich Superstar noch stärker von einem Singles-orientierten Unternehmen zu einer "Artist Company" wandeln, wie Aleksander betont. Zwar sind DAF nach dem Wechsel zu Universal bei dem Berliner Konzern geblieben und werden dort die nächsten Alben veröffentlichen, aber in dem mit DAF verfolgten Ansatz sieht der Label-Chef einen Weg für die Dance-Szene, die von den dramatischen Marktentwicklungen stärker als andere Segmente betroffen sei.

"Nur langfristiges Artist Development kann dem Dance-Bereich echte Künstler zuführen, die dann für eine lange Zeit erfolgreich bleiben können". Als weitere Beispiele nennt der Label-Chef Timo Maas, bei dem es der hessischen Firma gelang, erstmals eine Single in den Top 100 von Media Control zu platzieren. Und auch DJ Spud stehe erst am Anfang einer langfristigen Karriere. Als Firma sei es zudem für Superstar wichtig, einen eigenständigen und profilierten Künstlerstamm aufzubauen, der "in Zeiten wie diesen das Überleben sichert. Wir setzen vor allem auf die internationale Auswertung, die wir im vergangenen Jahr bei einem einbrechenden Compilation-Geschäft stärker vorangetrieben haben." DJ-Promotion will Superstar noch gezielter einsetzen, um "die Auswüchse der vergangenen Jahre einzudämmen und aus der DJ-Bemusterung wieder ein relevantes Tool für das schnelle Erkennen von Trends zu machen", erklärt Aleksander. "Wir haben mit unserem DJ-Promoter Stefan Dabruck und Frank Klein, der als A&R-Manager bei uns arbeitet, zudem zwei DJs im Team, die durch ihre Tätigkeit in den Clubs genau wissen, was sich dort entwickelt."